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Schulverpflegung: Mensa, Allergien und was Eltern verändern können

Es ist Viertel nach zwölf, und in der Mensa einer Grundschule mit 300 Kindern wird in vierzig Minuten gegessen, was ein Caterer um sechs Uhr morgens dreißig Kilometer entfernt gekocht hat. Für die meisten Kinder ist das Essen in Ordnung. Für einige ist es der schlechteste Teil des Tages, für Eltern eine monatliche Rechnung von 80 bis 100 Euro, und für die Schule ein Thema, das auf jedem Elternabend hochkommt und auf keinem gelöst wird. Schulverpflegung ist eines der wenigen Felder, in denen Eltern tatsächlich etwas bewegen können, wenn sie wissen, wo die Hebel sind.

Wie Schulessen in Deutschland organisiert ist

Zuständig ist der Schulträger, also die Kommune, und die hat drei Möglichkeiten. Sie kocht selbst, mit einer eigenen Küche im Haus, was in Ostdeutschland und an großen Ganztagsschulen häufig ist und die beste Qualität liefert, weil kurz vor dem Essen gekocht wird. Sie beauftragt einen Caterer, der in einer Zentralküche kocht und warm anliefert, was die verbreitetste Form ist und deren Qualität davon abhängt, wie lange das Essen im Warmhaltebehälter steht. Oder sie arbeitet mit Tiefkühl- oder Kühlkost, die vor Ort erhitzt wird, was bei guter Umsetzung besser sein kann als lange warm gehaltenes Essen, aber selten den besten Ruf hat. Dazu kommen an manchen Schulen Mensavereine aus Eltern, die die Ausgabe oder sogar die Küche selbst betreiben.

Die Preise liegen je nach Region und Modell zwischen drei und fünf Euro pro Mahlzeit, in Großstädten und bei Bio-Anteil darüber, in manchen Ländern mit kommunaler Subvention darunter. Für ein Kind, das jeden Schultag isst, ergibt das 60 bis 100 Euro im Monat. Für Familien, die Bürgergeld, Wohngeld, Kinderzuschlag oder ähnliche Leistungen beziehen, übernimmt das Bildungs- und Teilhabepaket das Mittagessen an Schule, Hort und Kita vollständig, ohne Eigenanteil; der Antrag läuft über Jobcenter oder Kommune, oft direkt mit dem Bewilligungsbescheid. Wer Anspruch hat, sollte ihn nutzen, und Schulen sind verpflichtet, das diskret zu handhaben.

Was gutes Schulessen ist

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat einen Qualitätsstandard für die Schulverpflegung veröffentlicht, der beschreibt, wie ein Mittagessen für Kinder aussehen sollte: täglich Gemüse oder Rohkost, mehrmals pro Woche Vollkorn, Fleisch höchstens zweimal, Fisch mindestens einmal, wenig Frittiertes, wenig Zucker, Wasser als Getränk, angemessene Portionen. Viele Länder haben diesen Standard zur Grundlage ihrer Ausschreibungen gemacht, einige verlangen eine Zertifizierung des Anbieters. Fragen Sie an Ihrer Schule, ob der Caterer nach dem DGE-Standard arbeitet und ob das jemand prüft. Die Antwort ist oft ernüchternd, und sie ist der erste Hebel.

Was den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Mittag ausmacht, ist selten das Rezept. Es ist die Zeit: Kinder, die 20 Minuten zum Essen haben, davon fünf in der Schlange, essen schlecht, egal was auf dem Teller liegt. Es ist der Lärm: Eine Mensa mit 150 Kindern in einem Raum mit Betonwänden ist ein Ort, an dem niemand gern isst. Und es ist die Auswahl: Ein Menü zur Wahl, ein Salatbüfett, ein vegetarisches Gericht als gleichwertige Option statt als Notlösung, das entscheidet darüber, ob Kinder essen oder das Essen wegwerfen. Rund ein Viertel des Schulessens landet in Deutschland im Müll, und ein großer Teil davon, weil Kinder bekommen, was sie nicht mögen, statt wählen zu dürfen.

Allergien und Unverträglichkeiten

Hier gelten klare Regeln. Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung müssen die vierzehn Hauptallergene kennzeichnen, die die Lebensmittelinformationsverordnung vorschreibt, Gluten, Milch, Ei, Nüsse, Soja, Fisch, Sellerie und die übrigen, für jedes Gericht, schriftlich oder auf Nachfrage. An Schulen bedeutet das in der Praxis einen Speiseplan mit Kennzeichnungen, den Eltern vorher einsehen können, meist online über das Bestellsystem. Was darüber hinausgeht, ist Verhandlungssache: Ein Kind mit Zöliakie oder schwerer Nussallergie braucht eine Sonderverpflegung, und die meisten Caterer bieten sie an, wenn ein ärztliches Attest vorliegt, manchmal gegen Aufpreis, manchmal nicht. Kinder mit Diabetes brauchen Nährwertangaben, die gute Anbieter liefern. Fragen Sie beim Träger nach, was möglich ist, lassen Sie sich Zusagen schriftlich geben, und sprechen Sie mit der Schule über den Notfallplan, wenn eine Allergie schwer ist: Wer hat den Adrenalin-Pen, wer weiß, wie er benutzt wird, wer ist in der Mensa ansprechbar. Schulen sind dazu verpflichtet, ein Kind mit Allergie sicher zu versorgen, und Eltern dürfen das einfordern.

Religiöse und weltanschauliche Anforderungen sind einfacher geworden: Schweinefleischfreie Gerichte sind an den meisten Schulen Standard, ein vegetarisches Menü fast überall, veganes Essen zunehmend. Wer besondere Anforderungen hat, sollte sie beim Träger ansprechen, nicht nur bei der Schule, denn der Träger schreibt aus.

Die Bestellung und die Abmeldung

Ein Ärgernis, das jede Familie kennt: Das Kind ist krank, das Essen ist bestellt, die Abmeldefrist ist um acht Uhr morgens abgelaufen. Die meisten Caterer arbeiten mit Online-Bestellsystemen, in denen Eltern wochenweise buchen und bis zu einer Frist stornieren können, die zwischen dem Vortag und dem Morgen desselben Tages liegt. Fragen Sie nach dieser Frist und nach der Kulanzregel bei Krankheit; viele Anbieter erstatten bei ärztlichem Attest auch später. Fragen Sie auch, ob das Kind mit einem Chip oder einer Karte bezahlt, was Kindern das Gefühl gibt, selbst etwas zu tun, oder ob die Ausgabe über Listen läuft. Und prüfen Sie die Abrechnung: Bei Systemen mit Guthaben verschwinden Beträge gern in Restguthaben, die bei Schulwechsel nicht automatisch erstattet werden.

Wie Eltern Einfluss nehmen

Mehr, als die meisten wissen. Der erste Weg ist der Mensaausschuss oder Verpflegungsausschuss, den viele Schulen haben und den jede Schule einrichten kann: Eltern, Schüler, Lehrkräfte und Caterer, die sich regelmäßig treffen, das Essen probieren, Beschwerden sammeln und den Speiseplan besprechen. Wer dort mitarbeitet, verändert das Essen wirksamer als jeder Elternabend. Der zweite Weg ist die Ausschreibung: Caterer werden von der Kommune für einige Jahre beauftragt, und vor jeder Neuvergabe können Eltern über die Schulkonferenz Kriterien einbringen, den DGE-Standard, Bio-Anteil, regionale Produkte, Auswahl, Essenszeiten. Der dritte Weg ist die Rückmeldung an den Anbieter selbst, sachlich, mit Beispielen, gern gemeinsam mit anderen Eltern. Caterer verlieren Verträge, wenn Schulen unzufrieden sind, und sie wissen das.

Und der vierte Weg ist die Schule von innen: Wenn die Zeit zu kurz ist, kann die Schulkonferenz die Mittagspause verlängern. Wenn der Lärm unerträglich ist, kann der Schulträger für Schallschutz sorgen; es gibt Fördermittel dafür. Wenn die Kinder nicht wählen dürfen, kann der Träger ein zweites Menü ausschreiben. Nichts davon ist unmöglich, alles davon braucht Eltern, die es ansprechen.

Und das Frühstück, der Kiosk, die Brotdose

Das Mittagessen ist nur ein Teil. Der Schulkiosk verkauft an vielen weiterführenden Schulen genau das, was der DGE-Standard vermeiden will, und die Frage, was dort im Regal liegt, gehört ebenfalls in die Schulkonferenz. Die Brotdose ist Sache der Eltern, und die einfachste Regel lautet: das, was das Kind isst, in einer Form, die es allein öffnen kann, mit Wasser. Ein Kind, das die Brotdose ungeöffnet zurückbringt, hatte meist keine Zeit, nicht keinen Hunger, und das ist eine Frage an die Schule, nicht an das Brot. Und wer als Elternteil ein Schulfrühstück, einen Obstkorb oder eine Wasserspende initiieren will, findet dafür in den meisten Ländern Programme, vom EU-Schulprogramm für Obst und Milch bis zu Fördervereinen, die Trinkwasserspender finanzieren.

Wie eine Schule ihr Essen organisiert, ob Kinder gern in die Mensa gehen, ob Allergien ernst genommen werden, ob die Pause reicht: Das sind Dinge, die Eltern in ihren Erfahrungsberichten auf Schulerfahrung.com überraschend oft ansprechen, und sie zeigen mehr über den Alltag einer Schule als jeder Speiseplan. Denn eine Schule, die sich um das Essen ihrer Kinder kümmert, kümmert sich meist auch um den Rest.

Viertel nach zwölf in der Mensa. Ob die vierzig Minuten für 300 Kinder gut oder schlecht laufen, hängt an Dingen, die Eltern beeinflussen können: an der Ausschreibung, am Ausschuss, an der Pause, an der Auswahl. Wer das Essen nur als Rechnung wahrnimmt, zahlt sie. Wer es als Teil der Schule versteht, gestaltet sie mit.

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